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Karl Marx ‘Das Kapital’ – Lesen bis zum Einschlafen

mit Rainer Ganahl/ SABK Stuttgart

Datum Freitag, 4. Dezember 2009, 21.30 Uhr bis zum Einschlafen
Ort Performance Hotel, Schlafraum/ 1.OG, Gablenberger Hauptstrasse 22
(für übernachtende und nichtübernachtende Gäste)


Foto: © Anja Abele 12/2009

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DADALENIN IS DEAD – OBITUARIES

Lecture Performance – Rainer Ganahl
Freitag, 23. 7. 2010,  20.00 Uhr
Ort PERFORMANCE HOTEL*, Gablenberger Hauptstrasse 22


Fotos: © Susanne Jakob

DADALENIN ist eine mehrteiliger Werkserie, die sich aus Lecture Performances, Schriften, Zeitungsmeldungen, Fotos, Videos, Objekten und Skulpturen, u.a. zusammensetzt.
Ausgangspunkt für Ganahls Recherche und Sammlertätigkeit ist der historische Zufall:  Der russische Jurist W.I. Lenin wohnte just zu der Zeit in der Spiegelgasse in Zürich/CH als die Kunstrebellen Tristan Tzara und Hugo Ball im benachbarten Club Voltaire die bürgerliche Kunst für tot erklärten. In Ganahls Inszenierungen wird Lenin zum Dadaisten, der 1917 den Tod der russischen Monarchie verkündetet. Der Studie (1989) des französischen Philosophen  Dominique Noguez`s zufolge, soll sich Lenin häufig im Club Voltaire aufgehalten haben und selbst auch Dadaist gewesen sein. Um dieses historische Faktum werden Vermutungen, Gerüchte und Fiktionen gesponnen, die in Ganahls Vorträgen, Videos, Zeichnungen etc. einen Widerhall finden. Einen weiteren Beleg für DADALENIN findet Ganahl selbst während eines Moskauaufenthalts beim Besuch des Lenin-Mausoleums: DADALENIN ist zwar tot; aber manche Tote leben länger.
Mit DADALENIN werden zwei Paradigmenwechsel (Thomas S. Kuhn) miteinander verknüpft: ein kultureller und ein politischer, die am selben Ort ihren Ausgang nahmen.

Bei seiner Lecture Performance „DADALENIN IS DEAD“ verwendet Ganahl Künstler-Nachrufe, die in den letzten Jahrzehnten in der New York Times veröffentlicht worden waren. Dabei nutzt er Methoden, die zuvor schon von den Dadaisten gepflegt wurden wie beispielsweise das Rezitieren aus Telefonbüchern oder das Deklamieren von Zeitungsmeldungen. Für Ganahl sind (Künstler)Nachrufe wichtige historische Zeugnisse, die bislang in der Kunstgeschichtsschreibung kaum Würdigung fanden.

Rainer Ganahl ist Professor für Bildhauerei (Material- und Raumkonzepte) an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, er lebt in New York und Stuttgart.

English version

His performance consists of simply me reading the obituaries of dadaleninists as printed by the New York Times over the last century. Obituaries are a special kind of literature that can teach us quite a bit. in the case of the original dadaists we get for each member a slightly different version of art history. The absurd nature of this reading is partially already reflected in the obituaries themselves when we learn , for ex. that dadaists were reading simply from phone books. For me these obituaries are important historical documents in the reception of this important art movement – needless to say the older the people became the longer the obituaries. Early important figures didn’t get any write ups.

This work is part of my dadalenin series (www.dadalenin.com) that is based on the fact that Lenin was some kind of a participating member in disguise of dada in Zürich/CH, at the Cabaret Voltaire, where he lived on the opposite side of the street. Dada as well as Lenin were dealing with death. art is dead…. etc… lenin’s endless sleep at the red square consitutes an endless well paying performance I alwasy like to visit when in Moscow. (Rainer Ganahl)